home about Nalini news books blog links for writers contact

 

Über mich | Hinter den Kulissen | Rezensionen | Forschungsfakten | FAQ | Die Prinzessin der Kannibalen
Die Dusche | Ein Geschenk für Kit | Websites von Freunden | Websites

Willkommen auf meiner Homepage. Viel Spaß beim Durchklicken!

Diese Seite ist mit Hilfe meiner deutschsprachigen Leser entstanden.  Ein Dankeschön an Cora, Ulrike, Julia S., Denise, Doro, Julia W., Sabine, Eva, Danny, Valerie, Lena, Natascha und Uta.

a
a
a
a
a

Leopardenblut
15. Mai 2008

Jäger der Nacht
15. August 2008

Eisige Umarmung
11. März 2009

Im Feuer der Nacht
Oktober 2009

Amazon.de Amazon.de Amazon.de Amazon.de Amazon.de
  a
Sengende Nähe
Oktober 2010
Ruf der Vergangenheit
März 2011
 

Engelskuss (Gilde der Jäger Band 1)
Februar 2010

Engelszorn (Gilde der Jäger Band 2) Juli 2010
Amazon.de Amazon.de   Amazon.de Amazon.de

Engelskuss

 



Über mich

Ich wurde auf Fidschi geboren und wuchs in Neuseeland auf. Ich lebte und arbeitete auch drei Jahre in Japan. Während dieserZeit nutzte ich die Gelegenheit, durch Asien zu reisen. Jetzt lebe ich wieder in Neuseeland, aber ich plane immer wieder neue Reisen. Wenn du mehr von meinen Reiseschnappschüssen sehen willst, dann schau in mein Reise-Tagebuch Seite (die Seite wird jeden Monat aktualisiert).

Bislang arbeitete ich als Anwältin, Bibliothekarin, Süßwarenfabrikarbeiterin, Aushilfskraft in einer Bank und Englischlehrerin - und das nicht unbedingt in genau dieser Reihenfolge. Manche mögen das unbeständig nennen, aber ich bezeichne es als ‚Wasser auf die Mühlen des Autors’.

Hinter den Kulissen

Ich war schon immer fasziniert von psychischen Kräften und von der Idee, dass wir ungeahnte Fähigkeiten in uns haben. Experimente haben gezeigt, dass Menschen nur einen winzigen Teil ihres Gehirns benutzen. Aber was wäre, wenn wir plötzlich in der Lage wären, den ungenutzten Rest zu aktivieren – wäre es nicht möglich, dass das, was man jetzt als übernatürlich abtut, plötzlich alltäglich ist?

Als Kind habe ich geglaubt, dass es toll wäre, die Gedanken anderer lesen zu können. Aber als ich älter wurde, bekam ich moralische Bedenken und mir wurde bewusst, dass ich nicht wirklich die Gedanken von anderen lesen wollte. Was wäre aber, wenn echte Telepathen keine Kontrolle über ihre Fähigkeiten hätten? Was, wenn sie nicht aufhören könnten?

An einem Tag im Februar 2005 schien es mir, als hätten meine Überlegungen zum Thema übersinnliche Fähigkeiten genug Zeit gehabt zu reifen. Meine Anfangsidee blühte förmlich auf und sie war verblüffend einfach: Was wäre, wenn als Kehrseite zu den übersinnlichen Kräften der Wahnsinn stünde, der die Betroffenen bis zum Morden triebe. Wie weit würde man gehen um zu überleben?

Diese albtraumhafte Frage war der Beginn von Leopardenblut. Wie im Zwang schrieb ich den kompletten ersten Entwurf in drei Wochen. Mit jeder Seite, die ich schrieb, gewann die Frage immer mehr an Komplexität, da die Menschen nicht nur aus deren Fähigkeiten bestanden, sondern empfindungsfähige Wesen waren. Und sie befanden sich in einer unhaltbaren Situation.
Ich werde wahrscheinlich später mehr darüber schreiben, aber für jetzt werde ich Euch mit dieser Frage alleine lassen: Würdest Du Silence wählen, wenn Du ein Teil des PsyNetzes wärst?

Rezensionen


Leopardenblut
"Ein super Auftakt zu einer super tollen Gestaltenwandler-Serie, die meiner Meinung nach genial geschrieben ist J" Rezensentin auf www.amazon.de

Jäger der Nacht
"[…] ein gelungener Mix aus Sci-Fi, Fantasy, Erotik und Krimi.“ Rezensentin auf www.buecherwahn.ch

Eisige Umarmung
"Diese Geschichte ist herrlich. Sie hat alles, was solch ein Buch haben muss, eine spannenden Handlung voller Überraschungen, erotische Einlagen, eine Liebesgeschichte, [...] und viele neuartige Ideen." Rezensentin auf www.grimoires.de

"Alles in allem liegt hier ein spannendes, erotisches und romantisches Buch über eine große und eigentlich unmögliche Liebe vor, die in einer faszinierenden Welt spielt, die der unseren ähnlich ist. Dieser Band ist ebenso wie seine beiden Vorgänger voll und ganz zu empfehlen!" Rezensentin auf www.roterdorn.de

Forschungsfakten

Fakt 1: Panther sind keine eigene Spezies sondern gehören zur Gruppe der Leoparden, die Dank ihrer Gene eine dunkle Pigmentierung haben. Wenn du genau auf das Fell siehst, kannst du die charakteristischen Leopardenrosetten erkennen.

Fakt 2: Leoparden mögen kein Wasser, sind aber gute Schwimmer. Im Gegensatz dazu mögen Jaguare Wasser, zum Teil so sehr, dass sie in der Nähe von Flüssen leben.

Fakt 3: Es wird darüber diskutiert, ob Großkatzen tatsächlich schnurren. Nachdem ich Expertenmeinungen gehört und eine Tonne Forschungsmaterial gelesen hatte, habe ich beschlossen, die künstlerische Freiheit zu benutzen und entschieden, dass sie schnurren. Immerhin sind Gestaltwandler nicht genau wie ihre wilden Gegenstücke. Sie sind Mensch und Tier in einem. Und Menschen können schnurren, wenn man sie genau richtig streichelt. *grins*

Fakt 4: Der VIP-Ordner, auch genannt „Die Serien-Bibel“, ist ein Ordner, in dem sämtliche Informationen über die Psy/Gestaltenwandler-Serie stehen. Ich brauche ihn, weil es in meiner erschaffenen Welt Regeln gibt, die ich einhalten muss. Außerdem gibt es so viele Charaktere, über die ich bereits geschrieben habe und die ich nicht mehr verändern darf. Ich habe das noch nicht erkannt, als ich „Leopardenblut“ geschrieben habe, aber bei „Jäger der Nacht“ wurde es dann offensichtlich. Ständig blätterte ich „Leopardenblut“ durch, um sicherzugehen, dass ich keine Fakten verändert hatte.

Um es ganz einfach zu sagen: Die Bibel enthält Beschreibungen der Charaktere. Ich muss wissen, wer welche Haar- oder Augenfarbe hat, wie groß sie sind oder andere wichtige physische Merkmale – zum Beispiel Lucas’ Narben im Gesicht. (Nicht, dass ich diese jemals vergessen könnte!)

Der Ordner verhindert, dass ich Fehler mache oder hilft mir, sie zu finden. In „Jäger der Nacht“ veränderte sich zum Beispiel Rinas Haarfarbe von blond zu braun. Diesen Fehler bemerkte ich erst bei der letzten Korrektur.

Doch das ist noch lange nicht alles. In dem Ordner gibt es auch Baumdiagramme, welche die Verbindungen zwischen den Charakteren zeigen. Also nicht nur die Familienstammbäume sondern auch die Beziehung im Rudel oder im Medialnet. In meiner Welt ist natürlich auch der Zeitverlauf wichtig, deshalb habe ich einen Zeitstrahl mit allen Geburtsdaten oder wichtigen Ereignissen angelegt. Es gibt Vorkommnisse, die die Charaktere verändern oder dazu führen, dass sie sich weiterentwickeln. Diese Veränderungen muss ich mir merken!

Das alles klingt jetzt natürlich sehr organisiert und technisch und gewissermaßen ist es das auch. Ich brauche diese Informationen möglichst schnell und leicht erreichbar in meiner Nähe. Aber es ist auch nicht so, dass ich ständig in diesen Ordner sehe, während ich ein Buch schreibe. Ich tendiere dazu, meine Entwürfe sehr frei aufzuschreiben und nur wichtige Faktoren, die vielleicht die Handlung beeinflussen könnten, nachzuschlagen. Erst während der späteren Korrekturen gehe ich die Handlung ganz genau durch und sorge dafür, dass auch die kleinsten Details stimmen.

Die Bibel ist natürlich nie komplett, sie entwickelt sich ständig weiter! Wenn ich zum Beispiel Hawkes Geschichte schreibe, werde ich jedes vorherige Buch durchsehen und mir jeden Satz in dem er vorkommt notieren. Das muss sein, weil er eine so starke Präsenz in der Serie ist. Diese Arbeit ist sehr, sehr nützlich. Ich würde sie jedem Autor empfehlen, der eine Serie schreibt. Es wird euch einen Haufen Zeit ersparen. Es kann natürlich sein, dass du trotzdem Fehler machst (wir sind nach wie vor nur Menschen) aber eine ausführliche „Bibel“ verringert die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert.

FAQ

*Spoiler Warnung*

1. Wie von einigen gewünscht, gibt es hier eine Liste der  am häufigsten verwendeten  Psy-Bezeichnungen. (Die Liste ist keineswegs vollständig.)

Tk – Telekinese (einige verfügen über die Fähigkeit der Teleportation, andere nicht)

Bisher in den Büchern genannte Untergruppen:

Tk-Zelle: Ein Psy mit der Fähigkeit Tk-Zelle kann Dinge auf der zellularen Ebene bewegen. Einige können sogar Zellen im eigenen Körper verschieben.

Tp – Telepathie

Telepathen sind in viele Untergruppen aufgeteilt. Reine Tp-Psy sind am oberen Ende der Skala – sie können buchstäblich über die ganze Welt senden und empfangen, mit einer Deutlichkeit, die es erscheinen lässt, als ob sie im Raum nebenan stünden. Reine Telepathen dieser Stärke sind selten und arbeiten üblicherweise für den Psy-Rat.

M – Medizinisch

M-Psy haben verschiedene Spezialisierungen. Die bekannteste ist die Fähigkeit, in einen Körper zu sehen und Krankheiten zu diagnostizieren. Einige M-Psy, am oberen Ende der Skala, können sogar bis auf die DNA-Ebene sehen. Eine unbekannte Anzahl von M-Psy kann tatsächlich heilen. Dies scheint jedoch auf kleinere Verletzungen (Knochenbrüche, Schnitte etc.) begrenzt zu sein.

F - Blick in die Zukunft / Voraussicht

Eine Ausprägung der Voraussicht, die auch in die Kategorie F fällt, ist der Blick in die Vergangenheit.

Ps - Psychometrie

Einfach ausgedrückt: Ps-Geborene können Informationen durch die Berührung von Objekten erhalten. Auf die Ps-Psy wird in den folgenden Büchern der Serie noch genauer eingegangen.

Ferner gibt es noch (weitere Informationen dazu kommen in den noch folgenden Büchern):

Die Fähigkeit Illusionen zu kreieren.
Die Fähigkeit jemandem einen „elektrischen Schock“ zu verpassen.

(Die letzten beiden Fähigkeiten wurden in den bisherigen Büchern noch nicht erwähnt.)

2. Ist das Privileg einer Berührung eine formelle Sache, das heißt, gibt es hierfür Regeln?

-- Nein, das Ganze ist eine sehr private Sache; jedoch gibt es bestimmte Voraussetzungen. So haben Liebespaare, Rudelmitglieder und Gefährten automatisch die Erlaubnis zu berühren. Doch auch dann muss ein Gestaltwandler aufmerksam die Körpersprache beobachten, um herauszufinden, ob auch in seinem Fall die Voraussetzungen gelten.

Da eine Berührung etwas sehr Intimes ist, legt jeder individuell fest, in welchem Umfang und wem er das Recht der Berührung einräumt.

3. Wer ist die Heldin in Hawkes Geschichte?

-- Es ist Dir doch klar, dass Du das gar nicht wirklich wissen willst. Wo wäre denn dann der Spaß dabei?

4. Werden wir noch andere Rudel außer SnowDancer und DarkRiver kennenlernen?

Ja.

5. Wird Walker Lauren ein eigenes Buch bekommen?

Seine Geschichte habe ich schon im Kopf, es ist jedoch noch nicht sicher, ob es ein Buch wird oder nur eine Kurzgeschichte.

6. Wieso ist Judd Lauren psychisch nicht mit den SnowDancern verbunden, wie es Sascha und Faith im Sternennetz sind?

Dies kann ich nicht beantworten ohne einen riesigen Spoiler zu verraten. Ich habe diese Erklärung zuvor genau ausgearbeitet. Es gibt einen Grund dafür, welcher (hoffentlich) Sinn macht wenn Ihr es lest!

7. Hat Ihre Serie ein offenes Ende oder planen Sie eine bestimmte Anzahl an Büchern?

Ich habe die Anzahl der Bände nicht geplant, aber dafür die Handlung der Geschichte.  Ich weiß, in welche Richtung die Serie geht und wie das endgültige Ende aussehen wird.

8. Ist der Nachwuchs der Psy/Changeling- oder Mensch/Changeling-Paare immer Changeling? Oder gibt es Ausnahmen?

Es gibt immer Ausnahmen von der Regel. Es ist jedoch so, dass in den meisten Fällen ein Kind mit einem Changeling-Elternteil die Fähigkeit hat, seine Gestalt zu wandeln. Das bedeutet nicht, dass sie reinblütige Changelings sind. Sie sind sozusagen Mischlinge, was zu allen möglichen interessanten Dingen führen kann.

9. Werden Psy/Menschen-Paare menschliche Kinder oder Psy-Kinder bekommen?

Da Psys, Changelings und Menschen in der Lage sind, gemeinsam Kinder zu zeugen, ist es genetisch gesehen unmöglich, dass so ein Kind nur das eine oder das andere ist. Es ist beides und einige genetische Eigenschaften treten dabei stärker hervor, andere hingegen sind rezessiv.

 

Die Prinzessin der Kannibalen
  

„Sascha, Liebling!“

Sascha‘s Lippen zuckten bei dem kindlichen Schrei. „Du bist Schuld,“ sagte sie zu Lucas, der nur sehr schlecht sein Grinsen verbergen konnte.

„Was soll ich sagen?“ Er breitete seine Arme aus. „Das Kind hat einen guten Geschmack und nicht zu vergessen exzellente sprachliche Fähigkeiten.“

Ihren Seelenpartner ignorierend, als er sie aus Tamsyn’s großer Küche in das Wohnzimmer führte, ging sie zu Julian und Roman, die Seite an Seite auf dem Sofa saßen. „Ihr habt gerufen, Eure Hoheiten?“

Die Leopardenjungen kicherten und rückten ein Stück auseinander. Julian klopfte auf den Platz zwischen ihnen und Sascha setzte sich hin. Sofort kuschelten die beiden sich an sie, klein und warm und so kostbar. Immer wenn sie die beiden im Arm hielt, machte sie sich Gedanken darüber, was die Zukunft für sie und Lucas bereithielt. Ihre Augen sahen nach oben und trafen die seinen, als er sich auf die Ecke des Couchtisches vor sie hinsetzte. Das wunderschöne Grün seines Blickes enthielt ein intensives Versprechen.

Ihr Herz machte einen Satz. Unmöglich, sagte ihr Psy-Verstand. Aber sie wusste es war möglich. Gefühle haben eine Kraft in sich, welche die meisten Psy vergessen haben. Sie können wehtun und sie können soviel Freude bringen, es ist mehr als alles was sie sich je hatte vorstellen können.

Eine kleine Hand tätschelte ihren linken Arm. Roman, dachte sie, und drehte sich zu ihm herum und gab ihm einen Kuss auf seinen Kopf. Er war der Ruhigere der beiden, aber zusammen waren sie Schwierigkeiten auf vier Füßen – acht, wenn sie sich in ihre tierische Gestalt verwandelten. „Vermisst du deine Mama?“ fragte sie.

Roman nickte. An ihrer anderen Seite fragte Julian, „Zurück heute Abend?“ Seine Stimme war ungewöhnlich traurig.

„Ja, sie kommt heute Abend wieder zurück.“ Tammy und Nate hatten eine kurze Reise außerhalb des Staates gemacht und die beiden Leopardenjungen in Sascha und Lucas‘ Obhut zurückgelassen. Sascha liebte die beiden über alles – es überraschte sie jedoch immer wieder, dass diese Verehrung auf Gegenseitigkeit beruhte. Sie schaute beide der Reihe nach an. „Ich teile ihr bestimmt mit, dass ihr beiden ganz brav wart.“

Dafür bekam sie ein Lächeln von Julian und einen Kuss auf die Wange von Roman. Lucas beobachtete sie, neckte sie mit seinen Augen. Er wusste, sie war den Kindern hoffnungslos verfallen. Sie schnitt ihm ein Gesicht.

„Geschichte, Sascha?“

Sascha erstarrte bei Julians Frage. Auch nach vielen Monaten mit DarkRiver, wurde sie immer noch mit Dingen konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet war. „Ihr möchtet eine Geschichte hören?“

Zwei Köpfe nickten mit zwei Paar strahlenden Augen, die erwartungsvoll auf sie gerichtet waren.

Verloren blickte sie zu Lucas. Sie wusste nicht wie man Geschichten erzählte. Ihre Kindheit verbrachte sie damit, sich die Gefühle aus der Seele herauszupressen.

Keiner hatte ihr jemals Geschichten erzählt, außer denen, die sie davor warnten, ihre Gefühle ständig weggeschlossen zu halten, so dass diese sie nicht zerstören konnten. Ihre Mutter hatte ihr flüsternd von den Rehabilitierten erzählt, den albtraumhaften Kreaturen, die nicht mehr waren als wandelnde Gehirnlose, deren Leben aus  ihnen herausgesaugt worden war.

Ihre stärkste Kindheitserinnerung war der Besuch im Zentrum, wo sie die Rehabilitierten von einer zur anderen Seite des Raumes hin und her schlurfen sah, deren Gesichtsausdruck weggewischt war, die Augen leer bis auf einen winzig kleinen Rest von Menschlichkeit.

Die Dunkelheit der Erinnerung drohte sie zu übermannen, aber dann wanderte eine Woge der Liebe über den gewundenen Strang des Bundes in sie, dieses magische Ding, dass sie an den Panther band, der sich auf der anderen Seite des Tisches niedergelassen hatte, seine langen Beine ausgestreckt und ihre  umfangend. „Ich habe eine Geschichte,“ sagte er, die Aufmerksamkeit der Zwillinge auf sich ziehend. „Aber es ist gruselig.“

„Wirklich?“ Julian lehnte sich erwartungsvoll vor.

„Wir sind keine Babies,“ fügte Roman hinzu.

Lucas zog ein Gesicht. „Ich weiß nicht. Eure Mutter wird verrückt werden.“

„Bitte, Onkel Lucas!“

„Bitte!“

„Bitte! Bitte!“

„Bitte!“

Lucas gab einen ernsten Seufzer von sich und lehnte sich ein bisschen vor, die Unterarme auf die Oberschenkel gestützt. „Okay, aber ich habe euch gewarnt. Wenn ihr Albträume habt, dann beschwert euch nicht bei mir.“ Wenn man ihn so ansah, sein Gesicht nachgiebig, seine Stimme sanft, keiner würde ihn als eines der gefährlichsten Raubtiere in diesem Gebiet bezeichnen, ein Panther der seine Feinde mit bloßen Händen in Stücke zerreißen konnte.

Aber, dachte Sascha, er war dennoch der Alpha von DarkRiver. Außer zu der Zeit, wo er sich um die Bedürfnisse der zwei jüngsten Mitglieder seines Rudels kümmerte. Und um sie. Er sorgte auch für sie mit einer zurückhaltenden Unterstützung, die sie wissen ließ, dass er stets da war um ihr zu helfen, als sie dieses neue Leben, diese neue Welt für sich entdeckte.

„Es war einmal vor langer Zeit,“ sagte er, „da war eine Prinzessin…“

„Eine Prinzessin!“ Julians empörter Aufschrei, gefolgt von Roman’s finsterem Nicken.

Lucas knurrte tief in seinem Hals, was beide Leopardenjungen verstummen und sich ängstlich zitternd eng an Sascha kuscheln ließ. Sie wusste, es war alles nur Show, aber sie umarmte sie trotzdem.

„Wie ich schon sagte, da war eine Prinzessin. Sie lebte in einem Turm in der Mitte des Waldes und sie hatte sieben Diener.“

„Sieben?“ wagte Julian zu flüstern.

„Einer für jeden Tag der Woche,“ sagte Lucas. „An jedem Tag geht ein Diener in das nahegelegene Dorf und…“

„Und?“ Roman diesmal.

„Ich weiß nicht.“ Lucas runzelte die Stirn. „Das ist der richtig gruselige Teil. Seid ihr sicher, dass es euch dabei gut geht?

Es folgten zwei sehr schnelle Nicken.

Nickend lehnte sich Lucas näher, seine Stimme ein Flüstern. „Ihr müsst wissen, die Prinzessin hat richtig große Zähne, scharf wie Messer.“

Roman schnappte nach Luft, aber unterbrach ihn nicht. Julian war nicht so ruhig. „Wie die Wölfe?“

Lucas‘ Lippen bogen sich nach oben. „Genau wie die Wölfe.

Sie warf ihm einen finsteren Blick zu. Die Wölfe waren jetzt ihre Verbündeten. Unterdrücktes Lachen tanzte in seinen Augen, als er mit der Geschichte fortfuhr. „Die Prinzessin konnte mit ihren scharfen Wolfszähnen durch alles hindurch beißen – Fleisch und Knochen, Holz und Metall, sogar… durch die Schlafzimmertür von kleinen Jungen.“

Als die Jungen erneut schauderten, sah Lucas in Sascha’s weit aufgerissene Augen. In diesem Moment erschien sie so unschuldig wie Julian und Roman, ein Kind, dass zum ersten Mal dem Zauber einer Geschichte erliegt.  Eine Flut von Zärtlichkeit strömte in sein Herz, aber dazu kam auch eine stählerne Entschlossenheit. Niemand würde sie je wieder verletzen, nicht so lange er lebte.

„Jetzt zurück zum Dorf – in dem Dorf, in das die Diener täglich gingen,“ erzählte er und führte die Geschichte weiter, „da lebte ein kleiner Junge. Jede Nacht, nachdem er die Schlösser an Fenster und Türen im Haus überprüft hatte, ging er schlafen.“

„Warum?“ fragte Sascha.

„So dass die Diener der Prinzessin ihn nicht kriegten,“ sagte er, als ob das offensichtlich sei.

„Aber warum?“ sein analytischer Psy erneut fragte.

„Weil,“ er zögerte, ließ die Spannung sich langsam aufbauen, und dann knurrte er die letzten Worte: „die Kannibalen-Prinzessin isst gerne kleine Jungen zum Abendessen.“

Seine Zuhörer – alle drei – hielten sich aneinander fest. Er musste fast lachen bei Sascha’s geschocktem Gesichtsausdruck. Sie wunderte sich wahrscheinlich, wie er dazu kam, dass er zwei kleinen Leoparden eine so blutrünstige Geschichte erzählte. Sein Lieblingskätzchen hatte noch nicht realisiert, dass Kinder weit aus  wilder waren als Erwachsene.

„Ihr bevorzugtes Gericht war geröstete kleine Jungen mit Honigüberzug und Ananasstücken.“

„Lucas, vielleicht…“ begann Sascha.

„Schhh.“ Ertönten zwei kleine Stimmen. Vier Hände umfassten ihre Taille. „Mehr, Onkel Lucas.“

„Nun, manchmal mochte sie die Jungen auch gut gemästet, so dass sie sie in ihrer speziellen kleinen Vorratskammer gefangen hielt und sie fütterte mit Kuchen und Pasteten und….“

„… Wurst!“ fügte Roman hinzu.

„Ja,“ stimmte Lucas mit einem feierlichen Nicken zu. „Und in diese Speisekammer… voller Kuchen und Pasteten und Wurst, steckte sie den kleinen Jungen vom Dorf. Sie sagte ihm, dass er essen soll… so dass sie schließlich ihn essen konnte.“ Als er so dasaß und dieses köstliche finstere Märchen über einen Jungen erzählte, der alleine durch seine Gewitztheit die Kannibalen-Prinzessin besiegte, beobachtete er Sascha, fühlte ihre Liebe zu ihm und für die Jungs, welche sie alle seidenweich umschlungen hielt. Sie war sich nicht bewusst wie außergewöhnlich sie ist, alleine mit ihr in einem Raum zu sein, ließ die Menschen sich besser fühlen in Bezug auf ihr Leben, ihre Hoffnungen, einfach auf alles.

Und sie war sein.

Der Panther lächelte wohlgefällig über diese Gedanken, zeigte seine Zähne und beendete seine Geschichte mit einem Knurren und schnappte sich die Zwillinge und Sascha. Alle drei kreischten und dann kicherten sie. Julian und Roman gaben vor ihn beißen zu wollen, während Sascha ein strahlender Regenbogen in seinem Geist war. Vor ihm, ihr Gesicht war überzogen von einem Lachen, als die Leopardenjungen sich umdrehten, sich gegenseitig anschauten und entschieden, dass sie deren nächstes Opfer sein würde.

Zehn Minuten Schein-Ringen später, hielt sie lachend und kapitulierend ihre Hände hoch und erklärte sich selbst als „gegessen“.

***
In dieser Nacht im Bett drehte sie sich zu ihm und sagte, „Erzähl mir eine Geschichte, Lucas. Aber keine Kannibalen.“

Er seufzte, streichelte mit einer Hand an ihrem Rücken hinunter. „Ich kenne nur Kannibalen-Geschichten,“ neckte er sie.

„Bitte,“ sagte sie, die Zwillinge imitierend. „Bitte, bitte!“

Er küsste sie und erinnerte sich daran, wie sehr sie gehemmt war, als sie sich das erste Mal begegneten. Aber schon damals spürte er die Wildheit in ihr. „Wenn es keine Kannibalen sein dürfen, wie wäre es mit verwirrten Affen?“

Mit weit aufgerissenen Augen nickte sie.

„Bevor ich aber beginne… wann wirst du mir eine Geschichte erzählen?“

Sie hielt inne, überlegte. „Ich muss dazu erst mehr recherchieren.“ Ihre Hand lag auf seiner Brust. „Unterrichte mich.“

Der Panther schnurrte zustimmend… diese Frau war eine begabte Seelenpartnerin, diese Frau, die nie aufgab, egal welches Hindernis im Weg stand. „Wie wäre es“… er begann ihre geflochtenen Haare zu lösen… „ wenn wir die Geschichte gemeinsam erzählen.“

Ein langsames süßes, perfektes Lächeln erwärmte ihre Augen. „Es war einmal vor langer Zeit,“ flüsterte sie, „da war eine Prinzessin und sie lebte mit einem Panther.“

Zwei Tage später bekam Lucas einen Anruf von Tamsyn, in welchem er erklären musste, wie es dazu kam, dass ihre Leopardenjungen die Bedeutung des Wortes „Kannibale“ kannten. 

 

Die Dusche 

„Lucas!“ Sascha kam rutschend zum Stehen am Rande des Balkons vom Baumhaus. Sie schaute hinunter, wo ihr Seelenpartner trainierte, sein Körper vor Schweiß feucht glänzend.

Er schaute nach oben. „Du brauchst mich, Kätzchen?“

Immer, dachte sie, sie brauchte ihn immer. „Da stimmt etwas mit der Dusche nicht.“ Sie hielt das Handtuch zwischen ihren Brüsten etwas fester. „Das Wasser tröpfelt nur noch.“

Er grinste, sah genauso aus wie der Panther der er war. „Bist du nackt?“

„Nein.“ Technisch korrekt. „Dieses Handtuch ist sehr groß.“

Er blieb dort stehen, die Hände auf den Hüften und mit einem Blick in den Augen, dem sie nicht vertraute. „Sagen wir mal, ich repariere die Dusche, was bekomme ich dafür?“

Sie biss sich auf die Unterlippe. Mit Lucas zu spielen wurde ihr inzwischen zur zweiten Natur, jedoch hatte die Katze einen großen Vorsprung, was diese Art Spiele anbelangte. „Ein selbstgekochtes Essen.“

Er schauderte. „Nein danke. Deine Vorstellung von einem selbstgekochten Essen ist Schokoladenkuchen mit heißer Schokolade und danach Schokokaramellbonbons als Dessert.

„Was ist falsch daran?“

„Das ist kein Essen für Männer.“

Sie lächelte, sah ihn von oben nach unten an. „Mein Mann.“

„Ne-ne.“ Er schüttelte den Kopf, die Haare glitten über seine Schultern. „Darauf falle ich nicht herein. Nun komm schon, verhandle. Gestalte es etwas interessanter.“

„Ich werde dich bürsten, bis dein Fell richtig glänzt.“

Er blickte finster drein. „Mein Fell ist glänzend genug, vielen dank. Ich denke, du willst schmutzig bleiben.“

„Hmm.“ Sie lehnte sich an das Geländer. „Wenn du die Dusche reparierst, dann werde ich diese mit dir teilen.“

Er grinste, schüttelte jedoch erneut den Kopf.

„Okay, gut.“ Sie lenkte seufzend ein. „Ich werde die Liste mit den Sex-Stellungen aufsagen, die einst Teil meiner mentalen Trainingsübungen waren.“

Diese Liste war eine ihrer kleinen Rebellionen im Psy-Netz, ein winziger Weg die Bedürfnisse zu befriedigen, die sie nicht anerkennen durfte.

„Du wirst sie aufsagen, während ich deinen köstlichen Körper einseife.“ Seine Krallen fuhren aus und er begann den Baum zum Baumhaus hochzuklettern.

„Das könnte meine Konzentration stören.“

Er landete vor ihr auf seinen Füßen, ein Alpha-Panther mit sinnlichen Spielen in seinen Augen. „Dann komm, fang an zu rezitieren. Du weißt, wie mich das antörnt.“

„Du hast die Dusche noch nicht repariert.“ Ihre Augen verengten sich, als sie das Aufflackern von Selbstgefälligkeit einer Katze in seinem Verstand bemerkte. „Hast du es etwa mit Absicht kaputt gemacht?“

„Warum würde ich so etwas tun?“ Pure Unschuld.

Ihr Mund fiel offen. „Du bist... schamlos!“

„Nein, ich weiß nur wie man verhandelt.“ Er griff nach vorne und begann an ihrem Handtuch zu ziehen.

Sie hielt es fester, drängte ihn mit einem telekinetischen Stoß zurück. „Schwindler.“

Er grunzte vom Einschlag der Telekinetik und zog einfach härter. „Schlechter Verlierer.“

Sie ließ das Handtuch ohne Vorwarnung los. Er erstarrte auf seinem Platz. Sie machte auf dem Absatz kehrt und ging in das Baumhaus hinein… und schlug ihm die Tür vor der Nase zu. „Wer ist jetzt der Verlierer?“

Er ließ das Handtuch fallen und blickte sie mit einem dunklen männlichen Ausdruck an. „Ich bin nicht erfreut.“

Sie wusste sehr gut, dass er sie nachäffte, da sie das manchmal zu ihm sagte. „Das ist mir egal.“ Sie drehte sich um und wich weiter zurück, sich sehr wohl bewusst, dass er dabei eine perfekte Aussicht auf ihre Rückseite hatte. Sie wackelte mit den Fingern und ging in das Schlafzimmer und dann in die Duschkabine. Da sie jetzt wusste, dass er diese sabotiert hatte, reparierte sie diese in kurzer Zeit… genau zum richtigen Zeitpunkt, um Lucas mit dem abnehmbaren Duschkopf abzuspritzen, als er hereinkam.

green

Ein Geschenk für Kit

(Diese Kurzgeschichte spielt nach „Gefangener der Sinne“ und vor „Sengende Nähe“.)

„Kit!“

Kit zog ein Kissen über seinen Kopf.

„Kit!“

„Was?“
Er spürte eine knisternde Energiewelle und dann wurde ihm das Kissen von seinem Kopf gerissen. „Nun steh‘ schon auf, kleiner Bruder.“
Er knurrte Rina wütend an. „Musst du unbedingt ein Frühaufsteher sein?“

„Musst du mich so nerven?“ Sie setzte sich auf sein Bett, fasste hinüber und wuschelte ihm durchs Haar.

„Hör auf damit, ich bin jetzt ein Soldat!“ Jedoch entzog er sich ihr nicht.

Rina grinste. „Mein kleiner Bruder, ein Soldat. Das lässt mein Herz gleich höher schlagen.“

„Ich beiße dich – nachdem ich ausgeschlafen habe. Jetzt hau ab!“

Stattdessen lehnte Rina sich über ihn und gab ihm einen schmatzenden Kuss auf die Wange. „Ach was, dafür liebst du mich zu sehr. Jetzt beweg‘ deinen faulen Hintern aus dem Bett, “ sagte sie, während sie sein Zimmer verließ.

„Warum? Ich habe heute keinen Dienst.“ Des Weiteren hatte er genügend Katze in sich, um einen freien Tag im Bett zu genießen. Besonders da es erst – er drehte sich ein wenig und sah auf die Uhr – sieben Uhr an einem Samstagmorgen war.

„Ich habe eine Überraschung für dich“, rief sie aus der Küche.

Das weckte sein Interesse. Sein Leopard war nicht so neugierig wie der von anderen, aber das Wort „Überraschung“ wirkte bei ihm wie Katzenminze, was Rina genau wusste. „Ist es eine Truppe nackter Tänzerinnen?“

„Vielleicht. Ich mache dir gerade Frühstück, also beeil‘ dich, bevor es kalt wird.“

Seine Augenbrauen hoben sich. Rina war knallhart gegenüber dem Rest der Welt, jedoch behandelte sie ihn wirklich wie ein Kleinkind – er wusste schon immer, dass sie für ihn durch die Hölle gehen würde. Trotz dieser engen Verbindung verwöhnte sie ihn jedoch niemals. Deshalb war das von ihr gemachte Frühstück eine Seltenheit. Jedenfalls selten genug, um ihn ernsthaft neugierig werden zu lassen.

Da er nun hellwach war, stand er auf, duschte schnell und zog sich eine Jeans sowie ein weißes T-Shirt an. Nachdem er sein Haar gekämmt hatte, beschloss er, dass er fertig war und folgte dem Duft von Bananen-Schokoladen-Pfannkuchen. „Oh Mann, “ sagte er und ging schnurstracks zu dem Teller, den Rina auf den Tisch stellte. „Was auch immer ich getan habe, um dich glücklich zu machen, ich verspreche, ab jetzt mache ich es jede Woche.“

Sie grinste und mit ihren langen, blonden Haaren, zusammengefasst in einem lockeren Pferdeschwanz, sah sie aus, als ob sie erst 15 Jahre alt wäre. „Wenn du irgendjemandem erzählst, dass ich so nett war, werde ich Spinnen in dein Bett legen.“

„Ha.“ Er schluckte den Bissen hinunter. „Ich habe keine Angst vor Spinnen.“

„Ja, ja, du bist ein harter Kerl.“ Sie glitt in den Stuhl ihm gegenüber und aß schnell ihr eigenes Frühstück. „Bist du fertig?“

Er nickte. „Da du gekocht hast, werde ich den Abwasch erledigen.“

 „Das kann warten.“ Sie nickte mit dem Kopf in Richtung Tür und stand auf. „Lass uns fahren, Hübscher.“

Verwundert über ihre Stimmung, schnürte er seine Schuhe zu und folgte ihr. Als er zur Fahrertür ging, verdrehte sie die Augen und ließ sich auf den Beifahrersitz nieder. Er hasste es sich fahren zu lassen und obwohl Rina genauso dominant war wie er, empfand sie diese Sache nicht als wichtig genug, um sich darüber zu streiten. „Wohin?“

„Waterfall Alley.“

Bei dem Gedanken an das schöne Fleckchen Wald, das sie als Kinder immer so genannt hatten, lächelte er. Er setzte sich und startete das Auto.

„Also“, sagte er, während sie durch den morgendlichen Nebel fuhren. „Wie läuft es mit dem jungen Bengel, der auf dich steht?“
Sie stöhnte auf. „Halt den Mund.“

“Ihr beiden würdet ein süßes Paar abgeben – obwohl du ihm vielleicht ein paar Bewegungen beibringen müsstest.”

„Mach nur so weiter, Hitzkopf.“ Ihr Leopard machte sich in ihrer Stimme deutlich bemerkbar.

Lachend fuhr er weiter durch das atemberaubende Yosemitetal. Die Umrisse der Bäume waren durch den Nebel leicht verschwommen. „Erstattest du Dorian noch immer Bericht?“

„Klar.“

„Wie läuft es denn?“ Er wusste, dass sie Probleme mit Barker hatte. Der Typ hatte sich in sie verknallt und Rina war zu selbstbewusst, als dass sie Anweisungen von einem Mann entgegen nehmen würde, welcher ihr die Führung in anderen Bereichen des Lebens überließ.

Sie schnurrte vor Zufriedenheit. „Er geht mir ständig auf die Eier.“

„Ähm, Reen? Du hast keine Eier.“

„Wenn es nach einigen anderen geht, habe ich welche. Ziemlich große sogar.“ Sie grinste. „Dorian ist okay. Er kennt sich aus mit dem was er tut. Wenn ich so schießen könnte wie er…“

„Dafür hast du nicht die Geduld.“ Ein kalter und analytischer Teil seines Gehirns kannte die Stärken und Schwächen eines jeden Einzelnen in Dark River. „Jedoch hast du die Fähigkeiten und auch das Talent, um erfolgreich an vorderster Front zu kämpfen.“

„Das hat Dorian auch gesagt.“ Sie warf ihm einen durchdringenden Blick zu. „Du wirst erwachsen Kit-ten.“

Er knurrte.

Lächelnd lehnte sie sich in ihrem Sitz zurück. „So etwas hättest du vor einem Jahr noch nicht gesagt.“

„Vor einem Jahr dachte ich noch, ich hätte es voll drauf.“ Er fuhr auf den ausgewiesenen Parkplatz, stieg aus und sie gingen den gewohnten Pfad entlang. „Ich liebe es hier draußen zu sein.“ Sein Leopard streckte sich glücklich und verspielt. „Wollen wir danach laufen gehen?“

„Sicher.“ Ihr Lächeln zeigte die Andeutung von Traurigkeit.

Er legte ihr einen Arm um die Schulter. „Hey, was ist los?“

„Noch nicht.“

Sie gingen schweigend nebeneinander her, bis sie zu einem umgefallen Baumstamm kamen, welcher immer ihr persönlicher Markierungspunkt gewesen war. Von hier aus konnten sie die ganze Schönheit des Tals überblicken, das noch in leichten Nebel gehüllt war.

„Als du noch klein warst“, sagte Rina, während sie neben ihm auf dem Baumstamm saß, „und ich 12 Jahre alt war, hat Papa mir etwas erzählt.“

„Ja?“ Kits Brust verengte sich bei der Erinnerung an das vertraute, grauhaarige Gesicht seines Vaters.

„Er sagte, dass er wusste, dass die Chance besteht, dass er und Mama nicht mehr da sein werden, wenn du erwachsen wirst.“

Kit nickte. In der heutigen Zeit lebten die Menschen länger als ein Jahrhundert, aber seine und Rina‘s Mutter war mit einem genetischen Defekt geboren worden, den nicht einmal die Wissenschaft des späten 21. Jahrhunderts heilen konnte. Sie hatte ihre beiden Kinder erst spät bekommen und lebte nur noch so lange, bis Kit 14 Jahre alt war. Sein Vater hatte nach ihrem Tod nur noch ein paar Jahre länger gelebt – gerade lange genug, dass Rina 18 Jahre alt wurde und um Lucas das Versprechen abzunehmen, dass es Kit und Rina niemals an etwas fehlen würde.

„Ich vermisse sie furchtbar“, sagte er. „Ich wünschte, Papa wäre jetzt hier, um mich sehen zu können, weißt du? Er würde bestimmt sehr stolz sein, dass ich zum Soldaten befördert wurde. Und Mama, sie würde uns immer noch verwöhnen, egal wie alt wir sind.“

Rina berührte seine Wange. „Sie hatten absolutes Vertrauen in dich.“ Sie griff in ihre Hosentasche und zog ein Paar silberner Hundemarken hervor.

Er starrte, als sie diese in seine Hände legte.

 „Ich sollte sie dir geben, wenn du zum Soldaten befördert wirst.“

Die Gefühle übermannten ihn, als er die Gravur auf der ersten Marke las. „Wir sind so stolz auf dich, Sohn. Mama und Papa.“ Die zweite Marke verschwamm vor seinen Augen und er musste blinzeln, um seine Gefühle wieder unter Kontrolle zu bekommen, so dass er lesen konnte, was auf ihr stand. Auf dieser Marke waren sein Name und sein Dienstgrad bei Dark River eingraviert und auf der Rückseite waren die Namen seiner Mutter, seiner Vaters und der von Rina. Seine Hand schloss sich um die Marken.

Als Rina aufstand und sich von dem Baumstamm entfernte, wusste er, dass sie ihm etwas Privatsphäre gewährte, um zu trauern, um sich an seine Eltern zu erinnern und um das Geschenk zu würdigen. „Danke“, flüsterte er in Richtung Himmel.

Als ob sie ihm antworten würden, fiel ein sanfter Blätterregen auf seine Schultern. Lächelnd legte er sich die Marken um den Hals, stand auf und ging hinüber zu Rina. „Du bist eine gute Schwester, Reen.“

Sie stieß ihm den Ellenbogen an. „Sch.“

Lachend hielt er eine Hand hoch. „Ich werde es niemandem sagen. Versprochen.“ Aber, dachte er für sich, der Mann, der ihr Herz gewinnen würde, konnte sich verdammt glücklich schätzen.

„Komm Quälgeist, lass uns laufen gehen.“

Kit zögerte. „Können wir das in Menschenform tun?“

Rina‘s Augen fielen auf die Hundemarken. „Sicher.“

Er konnte sie nicht immer tragen – sie waren viel zu wertvoll, als dass er es riskieren würde, sie während einer Verwandlung zu verlieren. Doch heute würde er sie tragen – und  die Liebe seiner Eltern bei jedem sanften Aneinanderschlagen des Metalls spüren.

green

Websites von Freunden

Michelle Raven

green

Websites

Eternal Lover Forum
Lovely Books

 

 

 

 

home | about nalini | news | books | blog | contact | writer's toolbox | links

site design & maintenance by Gabrielle Luthy. All content copyright Nalini Singh, 2006-2010